Donnerstag, 27. Oktober 2016

Meine erste Lesung

Es ist passiert! 
Am vergangenen Samstag, zum BuCon 2016 hatte ich meine erste Lesung. Zusammen mit den Kolleginnen Katharina Fiona Bode und Mia Faber veranstalteten wir die "Worte aus Dampf" Lesung. Und ich durfte starten, weil ich am meisten Schiss hatte. Obwohl ich eigentlich schon einmal vor Publikum gelesen hatte, war das damals in einem kleineren Rahmen, diesmal war ich ziemlich aufgeregt. Aber ich denke, es ist - trotz einiger Verhaspler - ganz gut geworden. 
Einen Clip gibt es davon auch. Schaut doch mal rein ^^

Eure Fay


Dienstag, 30. August 2016

Wie ich schreibe


Heute möchte ich Euch ein bisschen an meiner Schreib-Arbeit teilhaben lassen und erzählen, wie ich schreibe bzw. wie ich mir meine eigenen Schreibphasen erarbeitet habe.

Zunächst zu meiner Vorgeschichte:
Als ich "Wien - Stadt der Vampire" geschrieben habe tat ich dies vollkommen ohne irgendwelches Vorwissen. Ich hatte keine Ahnung von einem genauen Grundgerüst, verfolgte einen vagen roten Faden und habe einfach nur drauf losgeschrieben. Heute ist mir klar, dass ich nie wieder so frei schreiben kann, wie ich es damals getan habe. Aber damals dachte ich, dass ich gerade den nächsten Bestseller fabriziere ^^

Ich habe schon immer geschrieben, in meinem Kopf schwirrte so viel rum, dass einfach raus musste. Fanfictions und gemeinsame Schreibprojekte mit Schulfreundinnen waren ein super Ventil. Aufsätze in der Schule schrieb ich mit einer Schnelligkeit runter, dass ich immer die erste in der Klasse war, die abgeben konnte (Deutsch war aber auch das einzige Fach in dem ich wirklich gut war ^^). Was in meinem Kopf war, musste raus und das ist bis heute so. Ich schreibe noch immer Fanfictions und besitze mittlerweile eine stattliche Sammlung von Notizbüchern voll mit grob skizzierten Plots für Fantasy- und SciFi-Geschichten. Aber die New-Steampunk-Age-Reihe steht an erster Stelle.

Die teils harten Kritiken an "Wien" haben mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Meine Mama hatte also doch keine Bestseller-Autorin herangezogen - verdammt! Es gab Momente in denen ich darüber nachdachte das Schreiben aufzugeben. Aber – und ich denke, dass wird jeder richtige Autor verstehen – man kann nicht einfach aufhören zu schreiben. Das Schreiben ist eine Sucht, ein Drang dem man nachgehen muss. Selbst wenn ich wollte, könnte ich nicht einfach aufhören. Wahrscheinlich würde mein Kopf explodieren. Weiterhin wurde mir in den Jahren zwischen „Wien“ und „Amulett“ auch klar, dass mir die Geschichte um Lilith wichtig ist, ich will sie erzählen! Lilith begleitet mich nun schon seit über 10 Jahren, ich möchte ihre Geschichte erzählen.

Also habe ich mir all die Kritiken zu Herzen genommen und das Skript zu „Das Amulett in der Wüste“ – dass damals bereits fertiggestellt war – noch einmal komplett überarbeitet und diese Überarbeitung wiederum hat mich gut drei Jahre beschäftigt. Natürlich sind in der Zeit auch viele andere Dinge passiert und ich habe nicht nur geschrieben. Aber in die Überarbeitung ist viel Zeit und Mühe geflossen.

Und dann kam meine Lektorin!
Schon nach den ersten Kritiken an „Wien“ habe ich bemerkt, dass Lektor nicht gleich Lektor ist. Der falsche Lektor macht ein Skript nicht unbedingt schlechter, aber er macht es auch nicht besser. Ein richtiger Lektor ist hart, aber er holt im Idealfall das Beste aus der Geschichte raus und ich denke, dass hat Marion Lembke bei „Das Amulett in der Wüste“ getan. Für mich ist die steampunkige Zukunftsvision, die ich erschaffen habe, klar. Ich weiß was dort und dort passiert ist, wer wie wo was gemacht hat. Das ist alles in meinem Kopf. Aber das weiß der Leser nicht. Während ich als Autor mich also bemühe nicht zu viel Info-Dump in das Skript einfließen zu lassen, war es Marions Bestreben die richtigen Infos an den richtigen Stellen durchsickern zu lassen. Wenn ich mir die ersten Kritiken und Rezensionen zu „Das Amulett in der Wüste“ durchlese, dann hat das auch ziemlich gut geklappt.

Marion war es auch, die mir „Die Heldenreise“ ans Herz gelegt hat. Das ist ein Schreibmuster, dass, in verschiedenen Formen, auch in Filmen und Theaterstücken Verwendung findet und es hilft mir ungemein! Endlich hab ich Ankerpunkte an denen ich meine Story festmachen kann.
Und bevor ich jetzt dazu komme, wie ich schreibe noch eine kurze Info. Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass es mir einfacher fällt mein eigenes Geschreibsel zu korrigieren und zu erweitern. Das ist für mich einfacher als das Schreiben selbst. Es gibt Autoren, die schreiben eine Seite und sie ist perfekt, keine Wortwiederholungen, keine unstrukturierten Sätze, alles ist da, wo es sein soll. Ich hingeben schreibe 10 Seiten, aber sie sind der totale Horror und ich habe später extrem viel Spaß dabei alles zu überarbeiten.

Aber nun zum Kern dieses Beitrags: Wie ich schreibe – oder besser, wie ich mich auf das Schreiben eines Romans vorbereite. Nach „Wien“ und „Amulett“ hatte ich also genug gelernt um mich relativ strukturiert an „Teil 3“ (ja, der Titel wird bald bekannt gegeben) zu setzen und ich teilte meine Arbeit in Phasen ein.


Der Plot wird in groben Zügen und Stichpunktartig runtergeschrieben. Das Ergebnis umfasst meinst nicht einmal eine Din A4 Seite, es ist wirklich ziemlich grob, meist sind es nur 10 Punkte oder so. Sobald die Story steht wird sie den Stationen der Heldenreise angeglichen. Bei Teil 3 hat das richtig gut geklappt, weil die Story zufällig zu ca. 80% mit der Heldenreise übereinstimmte.


Nun gilt es die Geschichte zu schreiben und das Schreiben der Geschichte ist, wie oben schon erwähnt, eine sehr aufwendige Arbeit, die mir nicht immer leicht fällt. Daher schreibe ich sie wirklich quick & dirty runter. Scheiß auf Wortwiederholungen, falsch geschriebene Wörter, komischer Satzbau, alles wird geschrieben. Dazu habe ich mir auch ein monatliches Schreibziel gesetzt. Jeden Monat muss ich um die 2.500 Wörter schreiben damit Teil 3 pünktlich fertig wird.
In dieser Phase befinde ich mich jetzt gerade, es sind ca. 1/3 der Geschichte geschrieben und ich halte mich strikt an das monatliche Ziel.


Während Phase 2 ist immer ein Notizbuch zur Hand! Wann immer ich eine Idee habe, kommt sie ins Notizbuch, ich schreibe fast nie etwas im Skript direkt um. Alle Ideen werden ganz old school aufgeschrieben. Manchmal sogar mitten in der Nacht, wenn es sein muss. All diese Ideen werden in Phase 3 in das Qucik & Dirty geschriebene Skript eingefügt. Alles wird ins Reine geschrieben und noch mal mit der Struktur der Heldenreise abgeglichen. Unnützes kommt raus, neue Ideen rein, Fehler werden korrigiert – im Idealfall wird alles fein hübsch gemacht ^^


Nachdem ich in Phase 1-3 brav vor mich hin geschrieben habe, kommt das Ergebnis in Phase 4 zu meinen Beta-Lesern. Die haben alle keine Ahnung, was in Teil 3 passieren wird und gehen daher vollkommen ahnungslos an die Sache ran. Ihnen fällt auf, was ich schon 20x übersehen habe. Ein Satz der gar keinen Sinn ergibt, da zu viel Info-Dump, dort zu wenig Hintergrundinfo usw. Bei „Amulett“ hatte ich drei Beta-Leser, die unabhängig voneinander massenweise Änderungsvorschläge angebracht haben. Manche davon konnte ich nicht nachvollziehen – klar, ich bin die Autorin, ich weiß alles über meine Welt. Darum sind die Beta-Leser so wichtig. Sie zeigen Stellen auf, die für den Leser unverständlich sind. Und nachdem all diese Anmerkungen entsprechend umgeändert wurden geht es ab in Phase 5


Endlich geht alles ins Lektorat und man denkt sich da als Autor „Hey, viel kann nicht mehr schief gehen, die Betas haben ja echt alles gefunden“ … hahaha, man darf nicht so naiv sein! Denn obwohl meine Beta-Leser vom Fach sind (eine Autorin, eine Bibliothekarin und eine absolute Viel-Leserin) ist der Lektor einfach der Profi und der Profi findet IMMER noch etwas.
Das Lektorat hat im Normalfall zwei Durchgänge. 1. Der Lektor liest alles durch und streicht alles an, was komisch ist, nicht passt, unverständlich ist, überarbeitet werden muss, Ausarbeitung benötigt und so weiter. Dann kommt das Skript zum Autor zurück, der versucht dann nicht in Tränen auszubrechen ^^ und überarbeitet alles. Die gröbsten Stellen schaut sich der Lektor noch mal an und achtet auch darauf, dass beim Löschen überflüssiger und hinzufügen neuer Sätze nicht auch noch neue Fehler mit dazugekommen sind.
Ist der Autor fertig geht das Skript ins Finale Korrektorat – oder wie ich es nenne „Finetuning“. Bei mir ist es Beta-Leserin Melli, die im finalen Durchgang noch mal alles auf Rechtschreibung, Grammatik, Sinnfehler usw. durchgeht und dann ist es so weit: Das Skript geht zum Verlag.

Seit ich mir diese 5 Phasen zurechtgelegt habe fällt es mir viel einfacher ein Buch-Projekt strukturiert durchzuarbeiten und ich kann es einfach nur jedem empfehlen. Aber auf der anderen Seite muss auch jeder seine eigene Struktur finden, denn das hier ist nur meine verquere Art ein Skript zu schreiben ^^

Eure Fay

Mittwoch, 3. August 2016

Teil 3 // Schreibziel 22.626

Moin Ihr Lieben,
im letzten Monat habe ich mein Schreibziel gleich zwei Mal übertroffen. Statt 2.500 Worten habe ich 7.500 Worte geschafft. Insgesamt bin ich nun bei 22.626 Worten und somit fast in der Mitte. Ich möchte in jedem Fall wieder um die 50.000 Worte schaffen.
Momentan bin ich in der "Grob alles runterschreiben"-Phase, in der ich die Geschichte einfach nur durchschreibe, ohne besonders auf Wortwiederholungen oder sonstige Fehler zu achten. Alles wird einfach mal Quick & Dirty geschrieben. Denn ganz ehrlich, das schreiben einer Geschichte ist für mich der schwierigste aber gleichzeitig auch kürzeste Part. Ist die Geschichte einmal zu Papier gebracht kommt der lange Part mit Überarbeiten und Verbessern, doofe Stellen rausstreichen, gute Stellen noch besser machen und so weiter. 

Für mich ist es eine recht befreiende Arbeit, einfach schreiben zu können, ohne auf irgendetwas achten zu müssen. Vielleicht komme ich auch deswegen gerade so gut voran. Ich kümmere mich nur um das, was ich gerade schreibe, oder was als nächstes kommt und schaue nicht auf das, was ich schon geschrieben habe. Nein, das kommt alles in der Korrektur-Phase. Da kann ich mich dann wild mit dem auseinandersetzen, was ich im Schreib-Wahn produziert habe. Und erst wenn ich dann mit allem zufrieden bin geht das ganze an meine Beta-Leser und wenn diese zufrieden sind, dann kommt die Lektorin ins Spiel.

Aber dazu später mehr, jetzt wird erst mal weiter geschrieben ^^

Eure Fay

Sonntag, 12. Juni 2016

Lilith! Who the fuck is Lilith?



Eine Bloggerin schrieb mal in ihrer Rezi zu "Wien - Stadt der Vampire", dass Lilith - der Name der Protagonistin - doch recht oft verwendet wird in letzter Zeit. Womit sie nicht unrecht hat, also gibt es jetzt von mir eine kleine Geschichtsstunde, wie die Figur in meinen Romanen zu ihrem Namen gekommen ist.

Lilith
Gezeichnet von Autorin Fay Winterberg
Beginnen wir aber grundsätzlich mal mit dem Thema der Namensgebung. Im Musical Cats heißt es zum Beispiel "The naming of cats is a difficult matter - It isn't just one of your holiday games", das lässt sich eins zu eins auch auf Figuren in den eigenen Geschichten anwenden. Obwohl einige Figruen ihre Namen schnell finden und sie dem Autor mitteilen, gibt es andere, die dafür schier ewig brauchen. Meine liebe Autorenkollegin Isabel Schwaak hat dazu einen tollen BLOG-BEITRAG geschrieben. Lest ihn Euch bei Gelegenheit mal durch.

Den Namen Lilith hört man wirklich oft. Dazu muss man sich nicht mal groß mit Religion oder Okkultismus beschäftigen, es genügt wenn man Fantasy-Bücher liest oder Supernatural schaut. Tatsächlich ist mir dieser Name zum ersten Mal bei der Lektüre von Goethes Faust über den Weg gelaufen. Im ersten Teil der Tragödie begegnen Faust und Mephisto der schönen Lilith nämlich in der Walpurgisnacht.

Mephistopheles: „Lilith ist das.“
Faust: „Wer?“
Mephistopheles: „Adams erste Frau.
Nimm dich in Acht vor ihren schönen Haaren,
vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt.
Wenn sie damit den jungen Mann erlangt,
So läßt sie ihn so bald nicht wieder fahren.“
Ja ja, so eine ist die Lilith also! Genau das dachte ich mir auch. ^^ Auch meine Lilith ist kein Kind von Traurigkeit. Wie man im zweiten Teil erfährt hatte sie, bevor sie in Teil 1 auf Phineas traf, bereits drei feste Beziehungen hinter sich. Für eine fast 27jährige Frau ist das, denke ich, ein guter Schnitt. Und es war auch eine kleine Rebellion gegen den "Jungfrauen-Trend" aus den USA - wie ich es gerne nenne. Sorry, aber ich finde es schon ein bisschen lächerlich, dass diese ganzen Frauen in der Fantasy (und auch anderen Genres) mit Irgendwas-Mitte-Zwanzig noch keinen Sex hatten, SCHLIMMER NOCH, sie hatten noch nicht mal sexuelle Erfahrungen mit sich selbst!!! Sorry, aber in dem Alter sollte eine Frau wissen, was sie geil macht. Aber das nur so am Rande.
Lilith
von John Collier

Je mehr ich über den Namen Lilith nachforschte desto mehr wurde mir klar, dass es der Name für meine Protagonistin sein musste. Die schönen langen Haare hat je schon Mephisto erwähnt, doch auf dem berühmten Gemälde von John Collier kommen sie noch viel eher zur Geltung. Vielleicht war das auch der Grund, weshalb meine Lilith lange glatte Haare bekommen sollte.

Außerdem bedeutet der Name Lilith so viel wie "Aus der Nacht". Es passte also alles zusammen: eine hübsche Frau, ein bisschen verrucht und stark. Was wünscht man sich mehr als Protagonistin? Ich zumindest bin mit dem Namen durchaus zufrieden. Dass er momentan immer wieder aus der Schublade gekramt wird und besonders in der Dark Fantasy weit verbreitet ist, spricht ja noch eher für ihn ^^. Aber wer Teil 2 "Das Amulett in der Wüste" liest, der wird eine Stelle finden, an dem ich über das vielfache Auftreten des Namens schreibe.

Bis bald
Fay

Montag, 6. Juni 2016

Der Vampir und das Sixpack


Er ist heiß, durchtrainiert, mit Muskeln an Stellen, an denen andere Männer noch nicht mal Stellen haben. Er ist ein Vampir! So, oder ähnlich hört, sieht und liest man es immer wieder und mal ernsthaft Leute: Kotzt es Euch auch so an wie mich?

Die Pop-Kultur hat den Vampir aus dem Sarg geholt, ihn ausgezogen, mit Babyöl beschmiert und ins Rampenlicht gestellt. Dort sonnt er sich nun im Schein des Neonlichts und ist das neue Sexsymbol ... zumindest so lange, bis eine andere Gestalt (vielleicht ein Milladär mit fragwürdigem Fetisch?) seinen Platz einnimmt.

Okay, ja, Vampire sind, waren und werden es immer sein: mystisch und anziehend. Aber ihr modernes Sexsymbol-Image mit Hausfrauenbefeuerter-Effekt ist mir persönlich dann manchmal doch etwas zu viel. Vor allem wenn gleich ALLE Vampire versuchen sich gegenseitig mit ihrer Sixpack-Show zu übertreffen. Versteht mich nicht falsch, ich weiß ein sexy Sixpack zu schätzen. Aber zu viel davon bringt’s auch nicht und reduziert besonders die männlichen Vampire auf ihre Äußerlichkeiten. Und man kann als Frau nicht auf der einen Seite motzen, dass die Männer einen nur auf die Titten reduzieren und gleichzeitig aber andersherum das Gleiche tun.

Natürlich ist das nicht in allen Vampir-Romanen so und manche sind ja auch direkt auf Sex ausgerichtet und verlangen nicht nach tiefgründigen Charakterbeschreibungen. Was total in Ordnung ist. Und ich habe ja nicht alle Vampir-Romane auf diesen Planeten gelesen ... jedoch einige davon. Aber wenn die Vampire der modernen Pop-Kultur nicht gerade mit über 100 Jahren noch zur Schule gehen und fragwürdige Beziehungen mit minderjährigen Schülerinnen führen, dann hüpfen sie mit willigen menschlichen Weibchen durch die Betten. So will es zumindest das Klischee und so habe ich es selbst schon in TV-Serien gesehen und in Büchern gelesen ... was sagt das über mich aus?

Nun, als Autorin versuche ich es anders zu machen.
Zum einen verlangt das auch das futuristische Steampunk-Setting, in das ich meine Welt gebettet habe. Steampunk verspricht Abenteuer, Erfindungen und Retro-Technik und das will ich bieten. Zum einen haben meine Vampire einen sehr genau ausgearbeiteten Stammbaum, so kann ich jeden von Ihnen bis zu seinem Ursprung verfolgen (darüber gab es sogar mal einen Blog-Eintrag von mir KLICK HIER). Zum anderen überlegte ich mir, wann es wirklich Sinn macht einem Vampir ein Sixpack zu verpassen und wann nicht.

Zurzeit schreibe ich an Teil 3 der New Steampunk Age-Reihe und habe genauso einen Vampir hineingeschrieben. Er wurde im Mittelalter zum verwandelt und war damals ein Ritter. Es ist also irgendwie klar, das sehr gut durchtrainiert ist. Und dann haben wir ja noch Phineas, mit dem es im bald erscheinenden zweiten Teil ein kurzes Wiedersehen geben wird. Er war nicht in bester körperlicher Verfassung als er zum Vampir gemacht wurde und hat daher bis heute eine eher drahtige Figur.

Ich überlege mir immer aus welcher Zeit die Vampire stammen, welches Schönheitsideal herrschte, aus welcher Gesellschaftsschicht sie kamen und unter welchen Umständen sie erschaffen wurden. Daraus ergibt sich dann sehr schnell ihr Aussehen, dass sie bis in die Gegenwart beibehalten. Meine Vampire können sich nur marginal verändern, die körperliche Statur bleibt gleich.

Ich möchte auch noch kurz auf das Thema Sex eingehen. Klar haben meine Vampire auch Sex, warum auch nicht, macht ja schließlich Spaß. Aber was mich immer verwundert hat ist, dass die Vampire der modernen Pop-Kultur offenbar unglaublich gerne Sex mit Menschen haben? Warum um Himmels Willen? Warum sollte ein Vampir, der als übermenschlich stark beschrieben wird, Sex mit einer menschlichen Frau haben wollen? Die geht doch glatt kaputt dabei ... oder ist der Vampir dann vielleicht doch nicht so übermenschlich Stark, oder hält er sich extra für sie zurück? Nun, mich hat es immer verwundert und ich habe es bei meinen Vampiren dann auch dabei belassen, dass sie sich zwar gerne das Blut von Menschen holen, aber den sexuellen Kick dann lieber unter ihresgleichen suchen.

Gosh, jetzt hab ich mir ganz schön was von der Seele geredet! Aber ich hatte das Gefühl, dass es dringend mal nötig war. Ich hoffe, der Beitrag hat Euch gefallen, hinterlasst mir doch unten ein Kommentar.

Danke

Fay

Donnerstag, 12. Mai 2016

Warum ich noch immer über Vampire schreibe


VAMPIRE - Oh ja, das böse, böse V-Wort! Man muss es kaum aussprechen schon ergreifen die Leute die Flucht.
Irgendwo auch vollkommen verständlich. Denn aus den einstigen Schauergestalten sind mittlerweile Boyfriends und Sextoys geworden und der Markt ist mit entsprechenden Büchern schlichtweg überflutet.

Gehen wir zurück in das Jahr 2005 als ich begann an meiner New-Steampunk-Age-Reihe zu schreiben. Den ersten "Underworld"-Film gab es gerade auf DVD, ebenso wie "Van Helsing" mit Hugh Jackman. "Tanz der Vampire" das Musical, spielte in Hamburg, der Anime "Vampire Hunter D - Bloodlust" gehörte, ebenso wie "Bram Stoker's Dracula", schon lang zu meinen Lieblingen und die Serie "Trinity Blood" wurde gerade gestartet. Man merkt, seit ich irgendwann Ende der 90er in einem Hotel in der Schweiz den Fernseher angeschaltet und "Interview mit einem Vampir" zum ersten Mal gesehen habe, hat mich das Vampir-Thema nicht mehr losgelassen. Ein gemischter Einfluss aus all den oben stehenden Filmen, Serien und Musicals hat mich schließlich irgendwann dazu getrieben selbst etwas zu schreiben, natürlich über Vampire.

Es ist ja jetzt nicht so, als ob ich nicht vorher schon geschrieben hätte. Zu meinen früheren Ideen gehört zum Beispiel eine sehr umfangreiche High-Fantasy-Welt. Aber die Vampire gaben dem Ganzen erst die richtige Richtung. Ich war eben einfach in ihren Bann geraten, so wie etliche Autoren (inklusive dem guten Herrn Goethe) vor mir. 

In dieser Zeit entstand zunächst die Vorgeschichte zur New-Steampunk-Age-Reihe, an der ich bis heute fleißig weiterschreibe. Und natürlich setzte ich kurz danach auch den Grundstein zur Reihe und plottete die ersten fünf Teile (der Rest folgte ein Jahr später). Beide Geschichten gingen mir leicht von der Hand, an Ideen mangelte es nicht. Ich ließ mich von den oben genannten Werken beeinflussen, las "Dracula", "Camilla" und so gut wie alles von Anne Rice und baute mir eine eigene Welt. Mein eigener kleiner Vampir-Mythos mit Sagen, Urban Legends und Mumpitz, mit Helden und Schurken. Wie es sich eben gehört.

"Vampire Hunter D" von 2005

Und dann kam "Twilight"!
Okay, auch das kam schon 2005 ... lustig, was alles in dem Jahr los war! Aber "Bis(s) zum Morgengrauen" erschien 2006 in Deutschland. Ich erinnere mich überraschend gut daran, wie die Buchhändlerin meines Vertrauens mir den ersten Teil der "Saga" in die Hand drückte und meinte "Es geht um Vampire, das könnte dich interessieren". Ich gebe hier und heute öffentlich zu, dass ich diesen Teil tatsächlich "nicht schlecht" fand. Ich fand ihn nicht superduperhypergeil, aber es war okay, es war einfach anders.

Später erzählte mir meine Buchhändlerin, dass noch viele weitere Vampir-Bücher folgen würden, es sie ein echter Boom in Amerika. Der letzte Boom, den ich mitbekommen hatte, war "Harry Potter" gewesen und das war ein toller Boom, denn der Reihe um den älter werdenden Zauberlehrling folgten viele schöne "MeToo-Produkte" (wie "Tintenherz", "Artemis Foul" usw.). In meinem damals noch jungen und naiven Kopf setzte sich eine Idee fest. Wenn dieser Boom anhält, könnte ich vielleicht meine Vampirgeschichten irgendwo unterbringen. Was für ein Gedanke. Oh, war ich begeistert!

"Underworld" Teil 1 von 2003

Tatsächlich habe ich die Vorgeschichte damals an drei Verlage geschickt. Einer hat sich nie mehr gemeldet, vom Zweiten habe ich 4 Jahre später eine Absage bekommen, der Dritte wollte mich unbedingt haben ... leider war er ein DKZV (den Begriff habe ich jedoch erst einige Jahre später kennengelernt). Da war ich nun: Eine kleine Autorin, mit einer großen Vampir-Welt, mitten im fettesten Vampir-Boom seit Tom Cruise sich eine blonde Perücke aufgesetzt und sich durch die halbe Welt geflirtet hat.

"Twilight" boomte, Filme folgten und die MeToo-Produkte ließen nicht lange auf sich warten. Alte Vampir-Reihen wurden neu aufgelegt, neue Reihen angefangen, alte Filmstoffe neu adaptiert. Vampir-Filme, die sonst keiner haben wollte, wurden plötzlich doch verfilmt. Und ich gründete 2012 den Art Skript Phantastik Verlag (eine kurze Pause um darüber nachzudenken, dass der Vampir-Bomm 2005 mit "Twilight" startete und mindestens bis 2012 anhielt, wenn er nicht noch bis heute zumindest ein bisschen da ist).

Tatsächlich war ich jedoch die Letzte, die auf die Idee kam, ihre eigenen Bücher zu verlegen. Nein, eigentlich inspirierte mich der Erstlingsroman von Michael Zandt dazu selbst einen Verlag zu gründen. Ich habe damals das Cover für sein Debüt gestaltet und Innenseiten-Illustrationen angefertigt. Seine Geschichte hat mich begeistert: Düstere, deutschsprachige Phantastik - Das war's einfach! Kaum ein halbes Jahr später (zum 01.01.2012) war der Verlag gegründet und lustigerweise war es Michael, der mir in einem der Gespräche sagte "Hey, wenn du selbst einen Verlag gründest, dann kannst du auch deine eigenen Geschichten verlegen" - Ernsthaft! Auf die Idee bin ich NICHT gekommen! Seit meinen erfolglosen Versuchen Ende der Nuller-Jahre einen Verlag zu finden hatte ich nicht mehr an eine Veröffentlichung gedacht - jedoch trotzdem fleißig weitergeschrieben, denn die Ideen mussten aus dem Kopf raus, sonst drohte dieser zu platzen.

Um ehrlich zu sein kam ich mir am Anfang etwas ... komisch vor. Meine Geschichten im eigenen Verlag veröffentlichen? Würd man mir das übel nehmen? War das seriös? Das erste was ich als Verlegerin herausfand war, dass das vollkommen normal ist. Viele Verleger schreiben selbst und veröffentlichen beim eigenen oder befreunden Verlagen. Ich war also in bester Gesellschaft.

Gary Oldman und Winona Ryder in "Bram Stoker's Dracula" von 1992

Heute, im Jahr 2016, nur noch wenige Monate bis der zweite Teil meiner Reihe erscheint, fasziniert mich das Thema Vampir nicht weniger als damals 2005. Ich schreibe nicht über Vampire, weil sie IN sind, denn das sind sie mittlerweile nicht mehr. Ich schreibe über sie, weil ich gar nicht anders kann, weil es das ist, was ich schreiben will, was mir Spaß macht und mich antreibt. 

Auch Vampire und Steampunk sind heute keine Seltenheit mehr, aber eher wenige davon spielen in der Zukunft. Ich denke, meine Reihe ist noch immer spannend und wird ihre Leserschaft finden. Denn eines kann man über Vampire wirklich sagen: ob im Film, auf der Bühne oder in der Literatur - Vampire bleiben unsterblich!

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