Dienstag, 14. Februar 2017

Das gehört nicht in die Phantastik!


Gewalt gegen Frauen, Asylpolitik, Flüchtlinge, Diskriminierung von Minderheiten und Andersartigen, Mobbing, das und vieles mehr sind unbeliebte Themen, die in den Zeitungen hochgespielt werden, die wir aber außer in den News nirgendwo lesen möchten. Schon gar nicht in fiktiven Geschichten, denn schließlich wollen wir in andere Welten abtauchen um die Wirklichkeit zu vergessen … oder doch nicht?

Zum Anfang!
Das Lektoren-Team David Rohlmann und Maria Engels bringen seit letztem Jahr die Anthologie-Reihe „Saint Falls“ heraus (Teil 1 – Happy End, Teil 2 – Glass Coffin). Mit „Märchen aus der Welt des Verbrechens“ sind die eBooks untertitelt und schnell wird klar: Hier werden klassische Märchen neu und auf teilweise dürstete Weise interpretiert.
Für „Glass Coffin“ hat Autorin Jenny Wood [Link zur Facebook-Page] die Geschichte „Das Mädchen für tausendundeine Nacht“ beigesteuert. Eine Interpretation der Märchen aus 1001 Nacht, in der Scheherazade als Prostituierte auftritt. Im Laufe der Geschichte wird ihr mehr als nur einmal Gewalt angetan, klar, dass das nicht jeder leicht verdauen kann. Der Bloggerin Susanne von www.derpapierplanet.de stieß dieses Thema wohl übel auf und sie zog dem Buch gleich mehrere Punkte ab (was ja ihr gutes Recht ist, es soll hier nicht um die Beurteilungen von Bloggern gehen!). Gleichzeitig stellte sie aber auch in den Raum, dass „grafische Darstellungen von sexualisierter Gewalt nicht in fiktive Formate gehören“. Lassen wir mal dahingestellt, dass es in den eBooks keine Illustrationen gibt und damit fraglich bleibt, was mit „grafisch“* gemeint ist (vielleicht meinte sie ja „bildlich“?) aber diese konservative Aussage einer jungen Frau Anfang 20 hat mich dann doch sehr irritiert.

Als Frau ist Gewalt gegen Frauen für mich natürlich ein besonders sensibles Thema, aber es totschweigen, so tun als würde das nicht passieren (und wenn dann nur irgendwo weit weg) bringt gar nichts und ist erst recht keine Lösung. Die Phantastik ist ein Genre, mit dem man episch viel machen kann! Man kann die Leser in andere Welten entführen, sie den Alltag vergessen lassen und so weiter! Aber man hat auch die grandiose Möglichkeit auf Missstände hinzuweisen.
 

Besonders die Science Fiction bedient sich dieser Thematiken oft und hält der Welt einen Spiegel vor, um zu zeigen wie hässlich sie ist. Sehr gut zu sehen in den verschiedenen Star Trek Serien, in denen immer wieder Themen wie Intoleranz, blinden Gehorsam, Folter, Rassismus und der schmale Grat zwischen Freiheitskampf und Terrorismus thematisiert wird. Gleichzeitig werden Gott-Figuren und religiöse Führer hinterfragt oder als Scharlatane entpuppt.

Um die Aussage vom Anfang aufzugreifen Gewalt gegen Frauen, Asylpolitik, Flüchtlinge, Diskriminierung von Minderheiten und Andersartigen, Mobbig und vieles mehr, sind Themen die uns alle angehen, die uns vielleicht alle schon mal in irgendeiner Weiße betroffen haben, warum sollten sie also nichts in der Phantastik zu suchen haben? – Ich denke, das Gegenteil ist der Fall, genau da gehören sie heute mehr denn je hin! Die Phantastik ist nicht nur Hausfrauenbefeuchter und Teenie-Traum-Erfüller! Sie ist unendlich vielseitig und kann mehr als ihr im Allgemeinen zugetraut wird.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte weder, dass diese Themen unnötig breitgetreten werden, noch dass es ab jetzt keine schöne, leichte Phantastik mehr gibt. Aber ich bin für Vielseitigkeit, dafür, auch unangehme oder polarisierende Themen anzusprechen und dass Autoren die Freiheit haben, diese Thematiken zu behandeln!


Jeder Autor bringt beim Schreiben seine eigene Meinung mit ein, berichtet vielleicht sogar von Erfahrungen oder will auf Missstände hindeuten. Solange diese Themen mit dem nötigen Respekt und angemessener Recherche behandelt werden, sehe ich keinen Grund, weshalb sie nicht öfters in der Phantastik vorkommen sollten.



Das Herausgeber-Duo Rohlmann und Engels hat sich mit ihrer Saint Falls-Reihe in jedem Fall an ein kompliziertes Thema vorgenommen: Verbrechen in all seinen Facetten zeigen! Und dazu gehören alle Verbrechen. Man kann ja schlecht sagen: Mord und Diebstahl ist ein Verbrechen, Gewalt gegen Frauen aber nicht!
 
Wie ist Eure Meinung dazu?
Muss Phantastik immer nur schön sein, oder darf und sollte sie auch die negativen Seiten der Welt widerspiegeln?

Eure Fay


UPDATE: * mir wurde zugespielt, dass das Wort "graphic" im englischen für drastisch, lebhaft, bildhaft steht. 

Montag, 6. Februar 2017

Teil 3 // Schreibziel 41.190


Und nun ging es doch schneller als gedacht - mit 41.190 Worten habe ich die 2. Phase beendet! 
YAY Party!!!

Nachdem ich tatsächlich den den vergangenen September und Oktober, sowie einen Großteil des Dezembers kaum zum Schreiben gekommen bin, habe ich nun wieder einiges aufgeholt. Mit Schwung und Kaffee konnte ich vor wenigen Stunden die Rohfassung beendet. 

Teil 3 nimmt immer mehr Gestalt an. Die Figuren wollten einige Umwege gehen, haben viele neue Wege eingeschlagen und sind am Ende doch an ihrem Ziel angekommen. Nun, da das Skelett steht, wird es Zeit alles zu überarbeiten, auszuformulieren und mit Leben zu füllen. 

Ich liebe die Überarbeitungsphase und bin sehr gespannt, was sich noch alles ergeben wird. In jedem Fall liege ich wirklich gut im Zeitplan und hoffe, dass ich Euch bald schon ein bisschen mehr erzählen kann.

Bis dahin
Fay

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