Freitag, 4. August 2017

Schreibe ohne Angst, editiere ohne Gnade




Seit einer Weile ist das mein Motto und ich merke, dass es mir sehr leicht fällt damit zu schreiben. Mir hat es einige Ängste genommen und ich möchte Euch erzählen, wie es dazu kam. Daher richtet sich dieser Beitrag natürlich an meine Leser, jedoch auch meine Autorenkollegen, sofern sie Tipps brauchen ^^

Was bedeutet dieser Spruch?

Für alle, die keinen Einblick in die Autorenseele haben, hier ein Einführung.
Schreiben macht Spaß, ist aber auch harte Arbeit. Manchmal sitzt man vor einem leeren Blatt (real oder virtuell) und es will einem nichts einfallen. Oder die Ideen im Kopf möchten einfach nicht über die Finger-Schnittstelle durch Tastatur oder Stift auf das Papier gelangen. Äußere Einflüsse und innere Blockaden tun ihr Übriges dazu. Kein Wunder also, dass Autoren gerne einen Freudentanz aufführen, wenn ihnen ein umfangreicher Absatz, ein prägnantes Wortspiel oder eine außergewöhnliche Beschreibung gelungen ist.
Vier bis fünf Stunden konzertiert schreiben ist ebenso anstrengend wie jede andere Arbeit auch! Ob auf der Baustelle, im Vorzimmer vom Firmenboss oder in der Bäckerei nebenan. Schreiben laugt aus, besonders, wenn man es regelmäßig und/oder mehrere Stunden macht. Die Vorstellung, vom Autor, der genüsslich dem Tag am Rechner verbringt und mit einem Cocktail in der Hand seine Texte runterschreibt, während die Klimaanlage ihn vor der Sommerhitze bewahrt, ist zwar schön, aber meist nicht zutreffend. Ich selbst sitze im Moment an meinem Schreibtisch, schwitze bei milden 29,4 Grad und habe die Balkontür offen, in der Hoffnung, dass ein kleines Lüftchen sich zu mir hineinverirrt. Neben mir eine Flasche mit Wasser, dass vor zwei Stunden noch kalt war. Und überhaupt habe ich das Gefühl, dass ich bei der Hitze nichts schaffe! Beziehungsweise mein Hirn, genauso wie mein Notebook, nur noch mit halber Kapazität arbeitet. Aber ich drifte ab … wo war ich noch mal?

Ach ja! Wir Autoren sitzen also da, in der Hitze vor unseren Rechnern und versuchen die Ideen aus unseren Köpfen zu Papier zu bringen. Wenn wir das dann endlich geschafft haben sind wir glücklich. SEHR GLÜCKLICH! An manchen Sätzen arbeiten wir lange, feilen hier und da herum, versuchen das Beste aus dem Wortschatz herauszuholen. Andere Abschnitte fallen uns leichter. Und hier setzt das Sprichwort an.

Schreiben ohne Angst

Wovor sollte man sich fürchten beim Schreiben? Also, mal abgesehen davon, dass der Rechner bei der Hitze abkackt und wir nicht gespeichert haben! Die Angst davor, etwas Falsches zu schreiben, ist bei vielen Autoren groß. Ein Satz muss perfekt sein! JEDES Wort muss richtig gesetzt und perfekt gewählt werden. Es gibt Autoren, die das können, die in ihrer Schreibphase hervorragende Sätze zaubern. Aber dann gibt es auch … mich! Ich schreibe einfach, manchmal ohne Punkt und Komma! Ohne besonders auf Rechtschreibung, Interpunktion und Sonstiges zu achten. Ich schreibe, wie es meine Gedanken in diesem Moment hergeben. Aber vor allem schreibe ich ohne Angst. Diese Sätze, die ich in der Schreibphase erstelle muss ich ja niemandem zeigen ^^

Editiere ohne Gnade

Für diejenigen, die in der Schreibphase bereits sehr viel Zeit auf gute, stimmige Sätze, Rechtschreibung und Interpunktion gelegt haben, ist die Editierphase eher ein Ausputzen von kleinen Fehlern. Für mich ist sie eine umfangreiche Bearbeitung, meine Arbeit fängt hier erst richtig an. Ich habe jedoch schnell gelernt, Überflüssiges zu löschen. Was scheiße ist – und auch nach mehrmaliger Bearbeitung nicht besser wird – muss raus! Sätze werden umgestellt, Synonyme gesucht, Absätze gelöscht. Programme wie Papyrus Autor helfen natürlich zusätzlich dabei Wortdoppelungen und Kommatafehler zu finden.
Ich persönlich empfinde, dass man als Autor seiner Geschichte verpflichtet ist, die Idee sollte auf bestmögliche Weise umgesetzt sein, überflüssige Füllungen müssen weg. Die Geschichte soll sich in ihrem besten Gewand zeigen. Daher habe ich mir eine Messlatte gesetzt und editiere gnadenlos alles, was darunterfällt.

Fazit

Irgendwann muss jeder Autor für sich entscheiden wie er arbeitet, wie ihm die Arbeit an einem Projekt (sei es ein Roman, eine Novelle, eine Kurzgeschichte oder anderes) am einfachsten fällt. Ich habe bemerkt, dass mir das schreiben schwer fällt, aber das editieren leicht. Also schreibe ich ohne Angst wild drauf los, hacke alle meine Ideen aufs Papier und editiere im Nachgang gnadenlos durch. Und das ist okay! Jeder muss seinen Workflow finden, meine Möglichkeit ist nur eine von vielen. Wichtig ist, dass sich jeder Autor klar macht, es ist okay, Fehler zu machen und auch mal Müll zu schreiben, wenn man ihn später zu Gold editieren kann.

Eure Fay

Kommentare:

  1. Oh ja ... momentan arbeite ich auch an einem Projekt, an dem ich jeden Tag weiter kommen. Aber ich denke mir auch ... "Was ist das für ein Quatsch" ... aber ich weiß dass die erste Fassung einfach erstmal irgendwie stehen muss. Und dann gehts an die Überarbeitung :-D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau so ist es! Manchmal muss man einfach furchtlos schreiben. Bearbeiten kann man später immer noch ^^

      Löschen

Weitere Beiträge

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...